ASIEN/TURKMENISTAN - Offizielle Anerkennung der katholischen Kirche durch die turkmenische Regierung

Donnerstag, 15 Juli 2010

Asgabat (Fidesdienst) – „Wir wurden offiziell als ‚Katholische Kirche in Turkmenistan’ anerkannt. Darüber freuen wir uns sehr und es erfüllt uns mit großer Hoffnung“, so der Obere der Missio sui iuris in Turkmenistan, P. Andrzej Madej (omi), zum Fidesdienst. Für die kleine katholische Gemeinde des zentralasiatischen Staates (etwa 100 Gläubige) ist diese offizielle Anerkennung „ein entscheidender Schritt in der Geschichte der Kirche in diesem Land“. Pater Madej erhielt bereits im März dieses Jahres eine erste Entsprechende Mitteilung des turkmenischen Justizministeriums und des staatlichen „Rates für die Religionen“. Mit der offiziellen Anerkennung ist katholische Kirche nun eine „öffentlich Präsenz“ mit allen damit verbundenen juridischen und pastoralen Zugeständnissen.
In den Kommenden Tagen wird der Apostolische Nuntius in der Türkei, Erzbischof Antonio Lucibello, ab dem 17. Juli das Land besuchen und sich mit den Vertretern des Justizministeriums zu Gesprächen treffen, in deren Rahmen diese offiziellen Schritte ratifiziert werden. Dabei wird er auch die Genugtuung des Heiligen Stuhls zum Ausdruck bringen-
Der Nuntius wird im Verlauf seines Besuchs auch an einer Feier teilnehmen, bei der Bruder Tomasz Kostinski (omi) verabschiedet wird, der als Missionar nach Irland geht. In der Missio sui iuris wird ihn ein spanischer Mitbruder von den Oblaten von der Makellosen Jungfrau Maria ersetzen. Außerdem wird in Turkmenistan die Ankunft eines polnischen Diakons, P. Raphael, erwartet, der im kommenden Jahr die Priesterweihe empfangen wird.
In der ehemals sowjetischen zentralasiatsichen Republik Turkmenistan sind 90% der rund 5 Millionen Einwohner Muslime. Es gibt insgesamt 100 katholische Gläubige und rund 30 Katechumenen sowie zahlreiche „Sympathisanten des christlichen Glaubens“.
Turkmenistan wird, wie die anderen zentralasiatischen Republiken als Territorium der Erstverkündigung und damit als Missionsgebiet betrachtet: es gibt derzeit keine katholischen Kirchen, nachdem diese von sowjetischen Revolutionären nach 1920 zerstört wurden. Bisher waren nur die sunnitische und die russisch-orthodoxe Glaubensgemeinschaft offiziell anerkennt.
Den Antrag auf eine offizielle Anerkennung hatte die katholische Kirche bereits vor ungefähr 13 Jahren gestellt. Das Justizministerium hatte bisher jedoch immer verlangt, dass die Religionsgemeinschaft von einem turkmenischen Staatsbürger geleitet werden müsse. Nun wurde in der Frage ein Kompromiss gefunden. „Wir dürfen bei den zuständigen Behörden nun auch einen Antrag auf die Genehmigung des Baus der ersten katholischen Kirche in unserer Mission stellen. Bisher bestand unsere Kirche nur aus ‚lebendigen Steinen’ und nun wünschen wir uns ein richtiges Gotteshaus“, so P. Madej. Die christliche Glaubensgemeinschaft will auch die Rückgabe der einzigen noch aus der Zeit vor der Sowjetunion existierenden baufälligen armenischen Kirche in Turkmenbasy im Westen des Landes und eine weiteren als Bar benutzen Kirchengebäudes in Serdar beantragen.
Die turkmenischen Christen sind größtenteils polnischer oder deutscher Abstammung. Bisher war eine Messfeier der katholischen Gemeinde nur in der diplomatische Vertretung der „Missio sui iuris“ in Asgabat oder in Privatwohnungen möglich. Es gibt zwei katholische Priester und einen Diakon von den Oblaten von der Makellosen Jungfrau Maria (omi) und bisher noch keine Ordensschwestern. Nun darf die kleine katholische Gemeinde mit neuer Hoffnung in die Zukunft blicken. (PA) (Fidesdienst, 15/07/2010)


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