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Asia

2004-07-22

ASIEN/INDIEN - Hinduistische Fundamentalisten zerstören eine sich im Bau befindliche Kirche in Gujarat

Ahmedabad (Fidesdienst) - Hinduistische Extremisten verübten erneut einen Übergriff auf die Mitglieder der christlichen Glaubensgemeinschaft. Nachdem bereits in Hyderabad im südostindischen Staat Andhra Pradesh eine Gruppe von 100 hinduistischen Extremisten katholische Priester und Gläubige misshandelt hatten, wurde nun in westindischen Unionsstaat Gujarat eine weitere Episode der religiösen Intoleranz bekannt. In Gujarat gibt es hinduistische Extremisten, die die nationalistische Hindutva-Ideologie vertreten.
In dem Dorf Rohiyal Talal in der Region Kaprada kam in den frühen Morgenstunden des 18. Juli eine Gruppe von 20 Personen, bei denen es sich vor allem um Bauern und Eingeborene sowie einige Mitglieder der fundamentalistischen Vishwa Hindu Parishad (Hinduistischer Weltrat, VHP) handelte, zu dem Ort, an dem ein neues Gotteshaus entstehen soll, und zerstörten die bereits im Bau befindliche Kirche. Nach Angaben des All India Christian Council, der den Vorfall heftig kritisierte, hat die katholische Gemeinde den Vorfall am 19. Juli der Polizei gemeldet, wobei jedoch noch niemand festgenommen wurde.
Wie aus den Ermittlungen der Polizei hervorgeht, soll es sich bei dem Angriff um einen Racheakt der hinduistischen Gläubigen gegen Suresh Ada Varli handeln, der die finanziellen Mittel für den Kirchenbau zur Verfügung stellt. Der ehemalige Hindu hatte sich vor kurzem zum Christentum bekehrt. Viele Eingeboren des Dorfe waren seit langem gegen den Bau: mit Unterstützung des VHP verübten sie schließlich den Anschlag.
Unterdessen wurden infolge der erneuten Zunahme der Übergriffe hinduistischer Extremisten gegen christliche Einrichtungen und Personen, zu der es in letzter Zeit trotz der angekündigten Gesetze zum Schutz religiöser Minderheiten gekommen war, in vielen indischen Ortskirche Kommissionen eingerichtet, die sich mit der Bekämpfung antichristlicher Gewalt befassen. Im indischen Staat Madhya Pradesh wurden in verschiedenen Diözesen, wie zum Beispiel in Bhopal, Indore, Jabalpur und Ujjain sogar „Krisenausschüsse“ gebildet, die Maßnahmen zur Bekämpfung der Gewalt umsetzen sollen.
In Madhya Pradesh war es im Januar zu einer Welle antichristlicher Gewalt gekommen, nachdem ein Mädchen in einer katholischen Schule ermordet worden war. Obschon aus polizeilichen Ermittlungen hervorging, dass es sich bei dem Mörder um einen Hindu handelte, wurden die Katholiken des Mordes beschuldigt. In den darauf folgenden Monaten kam es in Madhya Pradesh zu über 30 Übergriffen auf christliche Einrichtungen und Personen. (PA) (Fidesdienst, 22/7/2004 - 35 Zeilen, 368 Worte)

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