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Asia

2003-06-11

ASIEN/OSTTIMOR - PRÄSIDENT XANANA GUSMAO FÜR SEINE VERDIENSTE UM FRIEDEN UND VERSÖHNUNG MIT DEM „PATH TO PEACE“-PREIS DER VATIKANMISSION BEI DEN VEREINTEN NATIONEN AUSGEZEICHNET



New York (Fidesdienst) – Am 12. Juni wird beim UN-Sitz in New York der „Path to Peace“-Preis der Ständigen Vertretung des Vatikan bei den Vereinten Nationen verliehen. Die Auszeichnung geht an das Staatsoberhaupt von Osttimor Xanana Gusmao. Der Preis wird vom Ständigen Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen überreicht werden. An der Zeremonie werden auch der Erzbischof von New York, Kardinal Michael Egan, und der Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden, Erzbischof Renato Martino, teilnehmen. Xanana Gusmao wird für seinen ausschlaggebenden Beitrag zum Prozess der Versöhnung und des Friedens in der ehemaligen indonesischen Provinz ausgezeichnet.
Am vergangenen 20. Mai wurde in Osttimor der erste Jahrestag der Unabhängigkeit gefeiert, die 2002 feierlich proklamiert worden war. Das Land befasst sich derzeit im Rahmen des so genannten „nationalen Dialogs“ mit Fragen der Gerechtigkeit und der Versöhnung. Für diesen Dialog setzt sich das Staatsoberhaupt persönlich ein. An der Debatte beteiligen sich Mitglieder des Parlaments, Delegierte der politischen Bewegungen sowie Vertreter der Katholischen Kirche und der Mission in Osttimor des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen (UNMISET). Die UN-Mission soll die Behörden des Landes in den kommenden zwei Jahren der Übergangszeit unterstützen.
„Durch den Dialog vergeben wir die Verbrechen der Vergangenheit, wir stärkten id Nationale Einheit und tragen zum Entstehen von Demokratie bei!“, erklärte der Vikar der Diözese Dili (Osttimor), Pater José Antonio Da Costa, zur Tätigkeit des „nationalen Dialogs“. „Die Kirche unterstützt einen konstruktiven Dialog da er vor allem zum gegenseitigen Verständnis beiträgt. Eine falsche Mentalität könne das harmonische Zusammenleben gefährden und ein Risiko für Stabilität, Gerechtigkeit und Frieden darstellen“.
Der Versöhnungsprozess auf Osttimor verläuft nicht ohne Schwierigkeiten, da ein Teil der Einwohner des Landes früher pro-indonesische Milizen unterstützten, die nach der Volksbefragung im August 1999 auf der Insel schreckliche Massaker verübt hatten. Gegenwärtig müssen sich die Täter dieser Massaker vor einem Sondergericht verantworten. Viele Flüchtlinge die zu jener Zeit in Westtimor (unter indonesischer Verwaltung) Schutz gesucht hatten, sind aus Angst vor Vergeltungsakten immer noch nicht in ihre Heimat zurück gekehrt.
Die Demokratische Republik Osttimor wurde nach einer Zeit der Übergangsverwaltung durch die Vereinten Nationen offiziell am 20. Mai 2002 gegründet. Rund 95% der Einwohner des Landes sind Katholiken, damit ist Osttimor das asiatische Land mit dem höchsten prozentuellen Anteil von Katholiken an der Gesamtbevölkerung. Aus diesem Grund spielt die Kirche auch eine wichtige Rolle bei der Meinungsbildung unter den Bürgern des Landes und beim Prozess der nationalen Versöhnung.
Neben der seelsorgerischen Betreuung der über 665.000 Gläubigen der Diözese Dili und Baucau befinden sich auf Osttimor auch zahlreiche Sozial- und Gesundheitseinrichtungen in Trägerschaft der Katholischen Kirche, die auch zahlreiche Entwicklungsprogramme im Agrarsektor unterstützt. Zu den größten Herausforderungen, denen das junge Land gegenübersteht gehört der Aufbau von Infrastrukturen, Schulen und Krankenhäusern und einer effizienten Verwaltung für die verschiedenen Bereiche des öffentlichen Lebens.
Die „Path to Peace“-Stiftung wurde 1991 gegründet. Ihr Vorsitzender ist der Ständige Beobachter des Heiligen Stuhls, Erzbischof Celestino Migliore. Ziel der Stiftung ist die Verbreitung der universalen Friedensbotschaft. Insbesondere werden zu diesem Zweck Informationen und Dokumente zu den Initiativen des Heiligen Vaters und Katholischer Organisationen zur Förderung von Gerechtigkeit, Nächstenliebe und Frieden verbreitet. Außerdem veranstaltet die Stiftung Studienseminare und Kongresse zu Themen der Katholischen Soziallehre. Sie unterstützt zudem Projekte zur Förderung der Versöhnung sowie humanitäre Hilfsprogramme in verschiedenen Teilen der Welt.
In den vergangenen Jahren wurden unter anderem Boutros-Ghali (1993), Corazon Aquino (1995), Carlos Menem (1999) und Saxe-Coburg Gotha (2002) ausgezeichnet.
(PA) (Fidesdienst, 11/6&2003 – 53 Zeilen, 581 Worte)

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