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Vaticano

2003-05-15

VATIKAN - PAPST AN DIE SYRO-MALABARISCHEN UND SYRO-MALANKARISCHEN BISCHÖFE: SEID SAUERTEIG DER EVANGELISIERUNG IN INDIEN

Vatikanstadt (Fidesdienst) – Der gemeinsame und einheitliche Einsatz für die Evangelisierung gegen die Herausforderungen der Säkularisierung: dies bezeichnete Papst Johannes Paul II. als Aufgabe der indischen Bischöfe des syro-malabarischen und des syro-malankarischen Ritus, die er am 13. Mai in ad limina-Audienz empfangen hat.
In seiner Ansprache an die syro-malabarischen Bischöfe forderte der Papst diese zur „engen Zusammenarbeit mit den Bischöfen des lateinischen Ritus und dem Heilgen Stuhl auf, damit den syro-malabarischen Gläubigen jener geistliche Beistand gewährleistet werden kann, den sie verdienen. Dabei betonte er auch die Notwendigkeit eines stetigen Engagements der brüderlichen Nächstenliebe als Grundlage für ein gutes Funktionieren der Bischofssynode.
Der Papst erinnerte sodann an den Reichtum der syro-malabarischen Liturgie, die „eine ausschalggebende Rolle bei der Glaubenserfahrung in Indien spielt“, und forderte die Bischöfe auf diesen Schatz zu erneuern und zu bewahren und nicht zuzulassen, dass dieser jemals als Grund für Spaltung benutzt werde“.
Indem er betonte, dass „die Nächstenliebe jeden Christen verpflichtet, die Frohbotschaft Christi bis an die Grenzen der Erde zu verkünden“ erklärte Papst Johannes Paul II. weiter: „Indien, das durch eine Vielfalt der Kulturen gesegnet ist, ist auch ein Land, dessen Volk nach Gott dürstet; gerade dies macht eure Liturgie zu einem ausgezeichneten Instrument der Evangelisierung“. „Die wahre Evangelisierung“, so der Papst, „nimmt Rücksicht auf einheimische Bräuche und Kulturen“. Angesichts der zahlreichen Missionsberufe in Indien forderte der Heilige Vater die Bischöfe auf, „dafür zu danken, dass eure Eparchien so reich mit Priestern und Ordensleuten gesegnet sind“.
In seiner Ansprache an die syro-malankarischen Bischöfe erinnerte der Papst an den Werteverfall und an die Säkularisierung, die auch in Indien die Praxis des Glaubens und die christliche Kultur gefährden. „Um diese Herausforderung in angemessenem Maß angehen zu können, bedarf es einer Inkulturation der christlichen Ethik auf allen Ebenen der Gesellschaft“. „Eure große Erfahrung als kleine christliche Gemeinde in einem vorwiegend nichtchristlichen Land“, so der Heilige Vater, „hat euch darauf vorbereitet Sauerteig und damit Instrument des Wandels zu sein“. Doch dieser Prozess könne nur umgesetzt werden, „wenn sichergestellt ist, dass die Botschaft Christi nie verwässert oder verfälscht wird im Bemühen sie einer Kultur oder den gesellschaftlichen Gegebenheiten anzupassen“. „Als Bischöfe“, so der Papst abschließend, „sollt ihr Quelle der Orientierung und der Stärke für die religiösen Gemeinden eurer Eparchien sein“.(SL) (Fidesdienst 15/5/2003 – 35 Zeilen, 399 Worte)

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