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Asia

2004-05-31

ASIEN/NEPAL - Erstes katholische Pastoralzentrum eröffnet: Ein Fortschritt für die kleine katholische Glaubensgemeinschaft in Nepal

Katmandu (Fidesdienst) - In Nepal konnte vor kurzem das erste katholische Pastoralzentrum eröffnet werden: es wurde nach dem heiligen Johann Maria Vianney benannt und befindet sich rund 15 Kilometer südlich von Katmandu in dem Ort Godavari. Das Gemeindezentrum besteht aus zwei Gebäuden wurde auf einem rund 5.000 qm großen Grundstück errichtet. Eines der beiden Gebäude solle vor allem für Aktivitäten der Gemeinde zur Verfügung stehen und der Aufnahme von Gruppen sowie der Veranstaltung von Katechese- und Religionsunterricht für Kinder und Erwachsene dienen. Das zweite Gebäude ist der zukünftige Sitz des Apostolischen Propräfekten in Nepal, Pater Pius Perumana. In dem Gebäude werden auch vier Ordensschwestern einer indischen Ordensgemeinschaft aus dem Unionsstaat Kerala wohnen.
Das neue Pastoralzentrum wurde vom Apostolischen Nuntius in Indien und Nepal, Erzbischof Lopez Quintana eingeweiht, der aus diesem Anlass zu einem dreitätigen Besuch aus New Dehli nach Nepal kam. Die kleine katholische Glaubengemeinschaft bezeichnete er bei dieser Gelegenheit als „kleine aber begeisterte Kirche“. Am Einweihungsgottesdienst nahmen rund 80 katholische Gläubige und Ordensleute teil, während bei der anschließenden Feier auch hinduistische Dorfbewohner aus den umliegenden Orten anwesend waren.
Gläubige aus anderen Teilen des konnten jedoch nicht an den Feiern teilnehmen. Überall im Land gibt es infolge wiederholter Angriffe und Entführungen maoistisch geprägter Guerillaeinheiten Straßenblockaden und Kontrollen. Trotz vieler Risiken und Gefahren engagieren sich jedoch katholische Priester, Ordensleute und katholische Laiengläubige insbesondere im Erziehungswesen.
In Nepal befinden sich insgesamt 23 Schulen in kirchlicher Trägerschaft. Diese Schulen werden auch von nichtchristlichen Schülern besucht. Außerdem engagiert sich die Kirche für die Bildung von rund 35.000 Flüchtlingen aus Bhutan in den Flüchtlingslagern in Ostnepal, die seit 1993 vom Jesuit Refugees Service betreut werden. Auch die katholischen Schulen in Nepal waren von den Unruhen des Bürgerkrieges betroffen, bei dem in sieben Jahren 9.000 Menschen ums Leben gekommen waren.
Heute leben in Nepal unter 23 Millionen Einwohnern etwa 6.000 Katholiken. 1983 wurde die Mission Nepal auf einem Teilgebiet der Diözese Patna (Indien) errichtet und den Jesuiten anvertraut. 1996 wurde die Mission in den Rang einer Apostolischen Präfektur erhoben, heute gibt es vier Pfarrgemeinden.
Die katholische Kirche wird von der Regierung des Landes offiziell noch nicht juridisch anerkannt und hat derzeit den Status einer Nichtregierungsorganisation. In einem größtenteils hinduistisch geprägten Umfeld stoßen Katholiken vor allem auf das Problem der so genennten Anti-Bekehrungs-Gesetze, die Einzelpersonen die Bekehrung von Mitgliedern anderer Religionen untersagen. Diese Gesetze behindern jede Art von Evangelisierungstätigkeit. (PA) (Fidesdienst 31/5/2004 - 40 Zeilen, 405 Worte)

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