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Asia

2004-05-12

ASIEN/PAKISTAN - Die Kirche in Pakistan hat einen neuen Märtyrer: Der junge Katholik Javed Anjum starb nach fünftägiger Folter. Muslimische Extremisten wollten ihn zur Bekehrung zwingen.

Faisalabad (Fidesdienst) - Die Katholiken in Pakistan sind erschüttert und entsetzt über den Tod von Javed Anjum. Der junge Katholik wurde von muslimischen Extremisten, die ihn zum Islam bekehren wollten, zu Tode gefoltert.
„Wir haben einen neuen Märtyrer. Natürlich sind wir darüber sehr traurig, doch der große Glaube Javeds und sein Blut wird uns, wie das Blut aller Märtyrer, stärker machen“, so Bischof Jospeh Coutts von Faisalabad bei der Beerdigung von Javed Anjum.
„Wir fordern nun Gerechtigkeit von den weltlichen Behörden: die Verantwortlichen müssen strafrechtlich verfolgt werden, denn darauf haben die Angehörigen und wir alle Anspruch“, so der Bischof in seiner Predigt, die dem Fidesdienst vorliegt. An der Beerdigung des jungen Katholiken in der Kirche vom Heiligen Herzen nahmen zahlreiche Gläubige teil. „Vor er starb“, so der Bischof, „wollten seine Mörder ihn dazu zwingen, das Kalma, das muslimische Glaubensbekenntnis lesen. Er sollte seinen katholischen Glauben verleugnen. Doch er hat dies nicht getan. Er ist als wahrer Christ gestorben“.
Der 19jährige Javed Anjum aus Quetta starb am 2. Mai im Krankenhaus in Faisalabad an den Folgen von insgesamt 26 Verletzungen, di ihm ein Lehrer und mehrer Schüler einer muslimischen Schule zugefügt hatten. Am 17. April hatte er sich in dem 310 Kilometer südlich von Islamabad gelegenen Stadt Toba Tek Sing aufgehalten, wo er von einem Lehrer und mehreren Schülern der muslimischen Jamia Hassan bin Almurtaza-Schule überfallen und verschleppt wurde. Fünf Tage lang wurde er gefoltert, bis sein Zustand so schlecht war, dass seine Peiniger ihn selbst zur Polizei brachten, wo sie angaben, er hätte versucht zu stehlen. Die Polizei brachte ihn ins Krankenhaus, wo er an den Folgen seiner Verletzungen starb.
Im Zusammenhang mit dem Vorfall kam es zu Protestkundgebungen der christlichen Glaubensgemeinschaft: unter anderem wies die bischöfliche Kommission für Gerechtigkeit und Frieden auf eine „gefährliche Tendenz zu Zwangsbekehrungen“ hin. Die Kommission beklagte unter anderem, dass die Verantwortlichen der muslimischen Schule versuchen, Javed Anjum als Drogenabhängigen und Verbrecher darzustellen und forderte von der Regierung in Punjab „langfristige Maßnahmen zur Bekämpfung von religiösem Hass und zur Bekämpfung solcher Verbrechen“. (PA) (Fidesdienst, 12/5/2004 - 31 Zeilen, 362 Worte)

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