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Africa

2004-05-05

AFRIKA/TSCHAD - Über 50.000 sudanesische Flüchtlinge werden in sicheren Aufnahmelagern im Landesinneren untergebracht

Rom (Fidesdienst) - Über 50.000 Flüchtlinge aus dem Sudan wurden mit Hilfe des Flüchtlingshochkommissariats der Vereinten Nationen (UNHCR) aus den Grenzgebieten in sichere Aufnahmelager im Landesinneren des Tschad umgesiedelt.
Das UNHCR plant die Eröffnung zweier Flüchtlingslager im Norden - in Mille und Am Nabak - und eines weiteren Aufnahmelagers in Asterena im Süden des Landes rund 22 Kilometer nordöstlich von Goz Beida. Das Aufnahmelager in Asterena wird Flüchtlinge aus den Grenzgebieten um Tissi am südlichen Ende der 600 Kilometer langen Grenze aufnehmen. In dem Gebiet um Tissi zählte das UNHCR in Zusammenarbeit mit der einheimischen Hilfsorganisation CNAR rund 7.300 Flüchtlinge. Noch innerhalb dieser Woche soll dort mit der Umsiedlung der Flüchtlinge begonnen werden. Wegen der großen Entfernung und dem schlechten Zustand der Verbindungswege werden die von Tissi abfahrenden Transportlastwagen jeweils zwei Tage brauchen, bis sie an ihr Ziel gelangen. Die Transporte werden möglicher Angriffe auch nur tagsüber stattfinden. In das Flüchtlingslager in Asterena sollen auch Flüchtlinge aus Ade überführt werden, wo sich nach Angaben des UNHCR derzeit insgesamt 9.382 Flüchtlinge aufhalten. Im Norden führt das Hilfswerk CNAR die Zählung der Flüchtlinge fort: bisher wurden 10.864 Personen registriert. In der Grenzstadt Bahai wurden 15.320 weitere Flüchtlinge gezählt. Nach Beendigung der Registratur wird das UNHCR zusammen mit den Partnerorganisationen Lebensmittelrationen und andere Hilfsmittel in der Region verteilen.
In Touloum konnten über 10.000 Flüchtlinge aus provisorischen Unterkünften in Zelte umziehen. In dem Camp wurden insgesamt 1.200 Zelte aufgestellt, zu denen in den kommenden Tagen 400 weitere kommen sollen.
Die Flüchtlinge kommen vorwiegend aus der Region Darfur im Westen des Sudan, wo die sudanesische Regierung seit Monaten militärisch gegen die Rebellen vorgeht.
In Darfur haben sich die Spannungen zwischen den arabischen Nomandenvölkern und den afrikanischen Bauern im Zusammenhang mit der Kontrolle über Wasservorkommen und Landbesitz in einen militärischen Konflikt ausgeweitet. Bei den Auseinandersetzungen starben über 3.000 Menschen, 670.000 so genannte Binnenflüchtlinge haben ihre Dörfer verlassen, weitere 100.000 Menschen suchten Zuflucht im benachbarten Tschad.
Die Regierungseinheiten setzen bei ihren Angriffen Hubschrauber und Transportflugzeuge des Typs Antonov ein. Gegen die Offensiven der Regierung kämpfen zwei Guerillabewegungen: die Sudanesische Befreiungsarme (SLA) und die Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit (JEM). Beide Bewegungen fordern mehr Regierungsinteresse für die Region, die ihrer Ansicht nach von der Zentralregierung in Khartum „ausgegrenzt“ wurde. (LM) (Fidesdienst, 5/5/2004 - 36 Zeilen, 379 Worte)

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