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Asia

2004-03-23

ASIEN/JAPAN - „Aidskranke sind unsere Schwestern und Brüder“: Eine japanische Ordensfrau kämpft an vorderster Front gegen Vorurteile im Zusammenhang mit Aids

Tokio (Fidesdienst) - Sie versucht Aidskranken psychologische Betreuung, moralische Unterstützung und konkrete Hilfe anzubieten: dies betrachtet Schwester Shigehisa Machi als ihre Sendung und deshalb arbeitet sie als freiwillige Mitarbeiterin im „HIV an Human Rights Information Center in Tokio“, das vor allem zur Information über Aids beitragen will, das sich auch in Japan immer weiter ausbreitet.
Die Ordensschwester führt Gespräche mit Jugendlichen, die sich oft mit Aids infizieren, weil sie nicht informiert oder nachlässig sind und versucht diese Fälle persönlich zu begleiten. „Oft“, so die Ordensfrau gegenüber dem Fidesdienst, „müssen wir die Patienten erst darüber aufklären, dass man auch nach einer Infektion mit dem HIV-Virus ein normales Leben führen kann. Wir versuchen den jungen Menschen, die sich an uns wenden und oft sehr verzweifelt sind, neue Hoffnung zu geben. Ich glaube, dass dies eine wichtige Hilfe ist. Wir müssen dafür arbeiten, dass Vorurteile gegenüber Aidskranken abgebaut werden, damit sie als Schwestern und Brüder betrachtet werden, die Hilfe brauchen“.
Im April 2003 hat die japanische Kirche eine Kommission eingerichtet, die die Tätigkeit von Pfarrgemeinden, Krankenhäusern und katholischen Verbänden zur Bekämpfung von Aids koordinieren soll. Verschiedene religiöse Kongregationen betreuen Aidskranke im Endstadium. Außerdem organisieren sie Initiativen zur Aufklärung in Schulen.
Die Japanische Bischofskonferenz versucht ihr Engagement im Kampf gegen Aids auch durch die Bildung verschiedener Arbeitsgruppen zu intensivieren, die verschiedene Initiativen der Katholiken koordiniert.
Nach offiziellen Angaben steigt in Japan die Zahl der Aidskranken weiterhin an. 2003 wurden 614 neue HIV-Infektionen gemeldet, im Jahr 2002 gab es 621 Neuinfektionen, wobei die Krankheit in 87% der Fälle durch sexuellen Kontakt übertragen wird. (PA) (Fidesdienst, 23/3/2004 - 26 Zeilen, 276 Worte)

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