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Wissenschaft und Medizin

2004-03-09

EUROPA/ITALIEN - Auf der ganzen Welt gibt es über 600 Millionen Menschen mit einer Behinderung: 80% leben in Entwicklungsländern. Fachtagung der italienischen Ärztevereinigung „CUAMM-Medici con l’Africa“

Rom (Fidesdienst) - Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation gibt es weltweit über 600 Millionen Menschen mit einer Behinderung: das sind 25% der Weltbevölkerung. Insgesamt 80% der behinderten Menschen leben in Entwicklungsländern, wo die Möglichkeiten einer spezifischen und angemessenen Therapie und Pflege auf zumeist auf ein Minimum beschränkt sind: Armut macht den Zugang zu Behandlungs- und Rehabilitationseinrichtungen äußerst schwierig.
In Kenia gibt es zum Beispiel 1 Orthopäden je 3 Millionen Einwohner, in Äthiopien kommt 1 Orthopäde auf 6 Millionen Einwohner; in Italien liegt das Verhältnis bei etwa 1 zu 10.000. Körperliche und geistigen Behinderungen sind in den Entwicklungsländern deshalb ein Problem mit katastrophalen Ausmaßen. Oft stehen weder spezifische Einrichtungen noch qualifiziertes Pflegepersonal zur Verfügung-
Welche Strategien sollten auf internationaler Ebene angewandt werden, um dieser Herausforderung zu begegnen? Welchen Sinn haben orthopädische Behandlungen in Afrika? Welche Pathologien existieren und wie unterscheiden sie sich vom europäischen und westlichen Kontext? Welche Probleme bleiben offen? Mit diesen und anderen Fragen werden sich die Teilnehmer einer Fachtagung des italienischen Ärzteverbandes „CUAMM-Medici con l’Africa“ am 13. März beschäftigen.
In Afrika gibt es bereits zahlreiche CUAMM-Projekte zur orthopädischen Betreuung und Rehabilitation: in Wolisso und Makallè (Äthiopien), Nyahururu (Kenia) und West Nile (Uganda) sollen Projekte für Behinderte, die zunehmend vom Zugang zu den Einrichtungen des Gesundheitswesens ausgeschlossen bleiben. Dabei geht es nicht nur um Vorbeugung oder Behandlung. Es sollen vor allem auch neue Wege des ethischen und sozialen Umgangs mit dem Gesundheitswesen entwickelt werden: Im Rahmen der „Community Based Approach“-Projekte sollen vor allem auch örtliche Dorfgemeinschaften zur Verbesserung der Lebensumstände von Behinderten beitragen. (AP) (Fidesdienst, 9/3/2004 - 30 Zeilen, 278 Worte)

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