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Africa

2004-02-09

AFRIKA/DEMOKRATISCHE REPBULIK KONGO - Gouverneur von Bukavu (Südkivu, Ostkongo) suspendiert. Beobachter berichten gegenüber dem Fidesdienst von der Verunsicherung unter der Bevölkerung

Bukavu (Fidesdienst) – Die Situation in der Stadt Bukavu im Südkivu (im Südosten der Demokratischen Republik Kongo) ist nach der Suspendierung des Gouverneurs der Stadt Xavier Chiribanya am 7. Februar weiterhin unsicher und angespannt. Die Maßnahme wurde im Rahmen einer Versammlung der Innen-, Verteidigungs- und Justizminister nach ihrer Rückkehr aus Bukavu in die Landeshauptstadt Bukavu getroffen. Von ihren Ämtern suspendiert wurden auch der Bürgermeister der Stadt und der Sicherheitsbeauftragte der Provinzverwaltung. Staatspräsident Joseph Kabila, der sich zum Zeitpunkt der Beschlussfassung im Ausland aufhielt, billigte die Maßnahme.
Die Entscheidung war getroffen worden, nachdem sich Soldaten der regulären Streitkräfte und mit dem Gouverneur verbündete Milizen während der vergangenen Woche heftige Gefechte geliefert hatten. Die Regierungsstreitkräfte beschlagnahmten dabei zahlreiche Waffen, von denen man vermutet, dass sie dem Gouverneur gehören (vgl. Fidesdienst vom 6. Februar 2004)
Wie Radio Maria Malkia wa Amani gegenüber dem Fidesdienst berichtet, soll der Gouverneur seine Suspendierung als „ungerechte Maßnahme“ bezeichnet und in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen haben, dass auch andere sich im Besitz umfangreicher Waffenarsenale befinden: „Hier in Bukavu gibt es viel Waffen und Munition. Es gibt auch Menschen die in Kinshasa wohnhaft sind und in Bukavu Häuser besitzen, in denen sie Waffen jeder Art aufbewahren. Weshalb hat man es nur auf mich abgesehen?“.
Radio Maria Malkia wa Amani beschreibt die Situation wie folgt: „Heute morgen (8. Februar) haben die Gläubigen die Sonntagsgottesdienste zahlreich besucht. Viele wissen nicht, wie kritisch die Situation seit dem 3. Februar geworden ist. Doch die Intellektuellen fragen sich: Wer steckt hinter dem Gouverneur? Wer versorgt seine Männer mit Waffen? Stimmt es, dass es sich bei den Milizionären um Söldner aus Ruanda handelt? Warum versteckte der Gouverneur Waffen?“.
Die UN-Mission der Vereinten Nationen im Kongo (MONUC), deren Friedenseinheiten in der Demokratischen Republik Kongo stationiert sind, hat unterdessen Straßenkontrollen zur Überwachung von Truppen- und Waffenbewegungen eingerichtet.
Xavier Chribanya ist Mitglied der Union für die Demokratie (RDC), einer der größten Guerillabewegungen des Landes, und hat sein Amt in der Einheitsregierung auf der Grundlage der Friedensvereinbarungen vom Juni 2003 übernommen. Theoretisch sollte es in der Demokratischen Republik Kongo keine bewaffneten Gruppen außerhalb der vereinten Streitkräfte geben, die aus der Zusammenlegung der Armee des Staatspräsidenten Kabila und den Einheiten der verschiedenen im Land agierenden Guerillagruppen entstanden war. Doch im Osten der Demokratischen Republik Kongo hat sich die Lage noch nicht stabilisiert, weshalb weiterhin eine Reihe von Guerillabewegungen, zum Teil auch aus dem Ausland, die Situation gefährdet. (LM) (Fidesdienst, 9/2/2004 – 39 Zeilen, 416 Worte)

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