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Asia

2004-02-06

ASIEN/PAKISTAN - Interreligiöser Dialog der weiblichen Art: Christliche und muslimische Frauen wollen gemeinsam Harmonie und Versöhnung in der Gesellschaft fördern

Multan (Fidesdienst) – Der interreligiöse Dialog der weiblichen Art macht in Pakistan Fortschritte. Nachdem bereits im November 2003 ein Studienseminar zum Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan stattfand, an dem über 200 christliche und muslimische Frauen in Kasur (südlich von Lahore) teilnahmen, wurde das Experiment nun auch in der Diözese Multan wiederholt, wo sich Ende Januar christliche und muslimische Frauen gemeinsam mit dem Thema „Harmonie und Frieden schaffen“ befassten. Die vom nationalen Ausschuss für Ökumenische und Interreligiösen Dialog veranstaltete Tagung fand im Rahmen der Gebetswoche für die Einheit der Christen statt. Man wollte damit jedoch nicht nur die Beziehungen der Christen untereinander sondern auch die Beziehungen zu den Muslimen stärken.
Das Thema der Tagung inspirierte sich an der Enzyklika Ut Unum Sint, heißt es in einer Verlautbarung, die dem Fidesdienst vorliegt, wo es heißt „das gesellschaftliche und kulturelle Leben bietet zahlreiche Gelegenheiten zur Zusammenarbeit“ (vgl. Nr. 74-75).
Die Tagungsteilnehmerinnen erinnerten jedoch insbesondere auch an die Schwierigkeiten, auf die die Frauen in Pakistan stoßen: oft werden Frauen Opfer von diskriminierenden Gesetzen. In dem patriarchalisch geprägten Gesellschaftssystem gibt es keine Gleichberichtigung zwischen Mann und Frau: aus diesem Grund bestehen vor allem christliche Frauen darauf „dass Gemeinden und Verbände entstehen sollten, die sich der Anliegen der Frauen annehmen und diese unterstützen, wobei sie sich am Vorbild der Gottesmutter orientieren sollten“.
Die muslimischen Teilnehmerinnen begrüßten vor allem das Klima des offenen Erfahrungsaustausches und die Diskussion über die Lebensbedingungen der Frauen. Dabei erläuterten sie die Situation aus dem Blickwinkel der muslimischen Religion, wobei sie jedoch auch daran erinnerte, dass es vielen christlichen Frauen, wie zum Beispiel Mutter Teresa von Kalkutta gelungen ist, Versöhnung und Frieden in muslimischen oder mehrheitlich andersgläubigen Gesellschaften zu schaffen.
Sowohl christliche als auch muslimische Tagungsteilnehmerinnen wahren sich einig: Die Frauen sind ein wichtiger Teil des Landes, sie nehmen Einfluss auf das Familienleben und die Erziehung der heranwachsenden Generationen: deshalb können sie auch in entscheidendem Maß zum Aufbau einer gerechten und friedlichen Gesellschaft beitragen.
(PA) (Fidesdienst, 6/2/2004 – Zeilen, Worte)

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