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Asia

2004-02-05

Asien/Indonesien - Verräter oder Patrioten? Vierzig Familien ehemaliger Flüchtlinge aus Osttimor lassen sich endgültig in Indonesien nieder – Zahlreiche Vertriebene warten noch auf eine Lösung

Jakarta (Fidesdienst) – Der Konflikt, der im September 1999 in Indonesien der Gründung des neuen vorausgegangen war Staates Osttimor hat seine Spuren hinterlassen: zu den zum Teil noch ungelösten Problemen gehört auch der Status der Flüchtlinge, die damals Osttimor auf der Flucht vor der Gewalt verlassen haben und heute nicht mehr in ihre Heimat zurückkehren wollen (wo man sie vielleicht als ‚Verräter’ abstempeln würde). Viele dieser Flüchtlinge möchten sich im noch zu Indonesien gehörenden westlichen Teil der Insel Timor niederlassen.
Während viele Familien nunmehr schon seit vier Jahren in einer prekären Situation leben, gab es für insgesamt 40 Familien, die seit 1999 in den Flüchtlingscamps in Atambua und Kupang (Westtimor) untergebracht waren ein Happy End. Durch die Mithilfe des Flüchtlingshochkommissariats der Vereinten Nationen (UNHCR) und des Jesuit Refugee Service konnten sich diese Familien in dem Dorf Soru (Westtimor) niederlassen, wo sie von der Dorfgemeinschaft freundlich aufgenommen wurden.
Die Mitbewohner im Dorf nahmen sich dieser Flüchtlingsfamilien an, die nicht nur einen neuen Wohnsitz, sondern auch die Möglichkeit zur Eröffnung von eigenen Geschäften und für ihre Kinder zum Schulbesuch benötigten. Die Kinder aus den Familien der Vertriebenen besuchen heute die öffentlichen Schulen in Soru, wo sie von ihren Klassenkameraden herzlich aufgenommen wurden.
Das Flüchtlingshochkommissariat versucht in Zusammenarbeit mit der indonesischen Regierung auch den Flüchtlingsfamilien neben einer Wohnung und einem Hektar Ackerland auch Unterstützung bei der Gesundheitsversorgung zu sichern.
Unterdessen erkundet die indonesische Armee in Zusammenarbeit mit dem UNHCR auch weitere Gebiete, die für die Ansiedlung der Flüchtlingsfamilien geeignet sind. Oft handelt es sich bei den Flüchtlingen um ehemalige oder noch aktive Mitglieder der indonesischen Streitkräfte, die sich im Rahmen der UNHCR-Programme angesiedelt werden sollen und auf eine dauerhafte Lösung hoffen.
(PA) (Fidesdienst, 5/2/2004 – 28 Zeilen, 299 Worte)

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