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Asia

2004-02-04

Vatikan - Generalaudienz: „Um Christus in der heiligen Liturgie würdig zu begegnen bedarf es nicht der äußeren rituellen Reinigung sondern der inneren Vorbereitung“

Vatikanstadt (Fidesdienst) – Bei der Generalaudienz am Mittwoch, den 4. Februar, setzte Papst Johannes Paul II. seine Katechese zur Liturgie der Vesper fort und kommentierte den Psalm Nr. 15 „Herr, wer darf weilen auf deinem heiligen Berg?“ (Ps 15,1).
„Auf den Fassaden der ägyptischen und babylonischen Tempel sind manchmal die Voraussetzungen für den Eintritt in die heiligen Säle eingraviert“, so der Papst in seiner Ansprache an die anwesenden Pilger und Gläubigen. „Doch es besteht ein großer Unterschied zu dem, was wir in unserem Psalm lesen. In vielen religiösen Kulturen wird vor allem eine rituelle äußere Reinigung verlangt, bevor man vor die Gottheit treten darf. Im Psalm 15 wird hingegen die innere Vorbereitung gefordert, damit sich sein Handeln an der Liebe zur Gerechtigkeit und zu den Mitmenschen ausrichtet. In diesen Versen hört man jedoch auch den Geist der Propheten mitschwingen, die immer wieder dazu auffordern, den Glauben mit dem Leben, das Gebet mit dem Engagement und die Verehrung mit der sozialen Gerechtigkeit zu vereinbaren.“
Sodann erinnerte der Papst an die elf im Psalm aufgeführten Bedingungen für den Eintritt ins Heiligtum, die „für uns eine Grundlage zu Gewissensprüfung sein können, wenn wir uns darauf vorbereiten vor der Begegnung mit dem Herrn in der heiligen Liturgie unsere Schuld zu bekennen“. Bei den ersten drei Bedingungen handelt es sich um allgemeine Regeln: ein makelloses Leben, ein Handeln nach den Prinzipien des Rechten und der Wahrheit. Die weiteren Bedingungen betreffen die Beziehungen zu den Mitmenschen: man soll nicht verleumden, seinen Freunden nichts Böses tun und den Nächsten nicht schmähen. Danach geht es darum, im sozialen Umfeld Position zu beziehen: der Verworfene soll verachtet und alle, die den Herrn fürchten in Ehren gehalten werden. Es folgen drei weitere Bedingungen zur Gewissensprüfung: man soll das Versprechen halten, sein Geld nicht auf Wucher ausleihen und sich nicht bestechen lassen. „Wenn wir den Weg dieser echten sittlichen Werte beschreiten, dann sind wir bereit für die Begegnung mit dem Herrn“, sagte der Papst abschließend und betonte dabei: „Wer sich am Gesetz des Ewigen ausrichtet, ‚wird niemals wanken’ (Ps 15,5). (SL) (Fidesdienst 4/2/2004 – 30 Zeilen, 360 Worte)

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