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Europa

2004-02-03

Europa/Deutschland - „Der aktive Einsatz für die weltweite Verwirklichung der Religionsfreiheit ist eine Glaubenspflicht“. Schwerpunktland der Solidaritätsinitiative der deutschen Bischofskonferenz ist dieses Jahr Nigeria

Bonn (Fidesdienst) – Die Deutsche Bischofskonferenz hat im vergangenen Jahr eine neue Initiative „Solidarität mit verfolgen und bedrängten Christen in unserer Zeit“ ins Leben gerufen. Sie will damit die Aufmerksamkeit von Kirchengemeinden und Öffentlichkeit stärker auf die Situation jener Christen lenken, deren Recht auf Religionsfreiheit eingeschränkt und missachtet wird. In verschiedenen Teilen der Welt werden Kirchen, christliche Gemeinschaften und einzelne Gläubige bedrängt und verfolgt oder die Religionsfreiheit wird systematisch verletzt. In anderen Ländern werden Gläubige aufgrund ihres Einsatzes für Gerechtigkeit und Frieden bedroht, diskriminiert und manches Mal ermordet.
Den Christen in Deutschland sind Verfolgungssituationen noch aus den Zeiten des Nationalsozialismus und des Kommunismus bekannt. Heute ist es ihnen aufgegeben, den andernorts bedrängten Christen und allen zu Unrecht Verfolgten solidarisch beizustehen. Gefordert ist das Gebet, aber auch der aktive Einsatz für die weltweite Verwirklichung der Religionsfreiheit ist Glaubenspflicht. „Die Aktualität der Christenverfolgung wird oft übersehen, manchmal auch verdrängt“, erklärte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehman beim Pressegespräch zur diesjährigen Initiative.
Die Initiative der Deutschen Bischofskonferenz umfasst drei Elemente: Ein Fürbittgebet, das allen Pfarrern zur Verwendung in den Gottesdiensten am 2. Weihnachtstag – dem Fest des Hl. Stephanus, des ersten christlichen Märtyrers – empfohlen wird. Eine detaillierte Informationsbroschüre mit wechselnden Themen- oder Länderschwerpunkten zur Lage verfolgter oder diskriminierter Christen. Und schließlich eine vierteljährlich wechselnde Gebetsmeinung.
Im vergangenen Jahr war Vietnam Schwerpunktland der Solidaritätsinitiative, in diesem Jahr befassen sich die Bischöfe mit der Situation in Nigeria. Die komplexe Situation wird in der diesjährigen Broschüre anhand von vielfältigen Berichten, zahlreichen Fotos und Buchtipps vertieft.
„Die für die Christen in den mehrheitlich von Muslimen bewohnten zentralen nördlichen Landesteilen ohnehin kritische Lage verschärfte sich durch die Einführung der Scharia in mittlerweile 12 Bundesstaaten des Nigerias“, so Kardinal Lehmann, „Obwohl das Aufbegehren der christlichen Bevölkerungsteile gegen die Islamisierung des Staates friedlichen Charakter behielt, kam es zu Übergriffen muslimischer Extremisten. Mehrer tausend Tote und schwere Verwüstungen von kirchlichen Einrichtungen sind bisher die Folge“. Von den heute rund 130 Millionen Einwohner Nigerias sind rund 50 Prozent Muslime, etwa 40 Prozent Christen (26% Protestanten, 12 Katholiken, 11 afrikanische Christen), die restlichen 10 Prozent gehören anderen Religionen an. (MS) (Fidesdienst, 3/2/2004 – 37 Zeilen, 369 Worte)

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