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Africa

2004-01-21

Afrika/Liberia - Ist nach der jüngsten Spaltung in den Reihen der größten Rebellenbewegung der Frieden in Liberia gefährdet?

Monrovia (Fidesdienst) – „Es geht dabei um die Aufteilung der Posten in der Regierung der Nationalen Einheit“, kommentierte der Provinzobere der Gesellschaft der Afrikamissionare SMA), Pater Mauro Armanino, im Gespräch mit dem Fidesdienst, die jüngste Spaltung in den Reihen der Rebellenbewegung LURD. Frau Asha Keita-Conneh hatte ihren Ehemann Sekou Conneh, den bisherigen Anführer der größten Rebellengruppe des Landes, ganz einfach seines Amtes enthoben. „Alle wissen und auch die internationale Presse berichtet davon, dass Skou Conneh in der LURD nie wirklich das Sagen hatte“, so Pater Armanino. „Seine Frau unterhält dagegen direkte Kontakte zum Staatoberhaupt des benachbarten Guinea, Lansana Conte, der die Rebellen seit langem unterstützt“. Asha Keita-Conneh gilt sogar als „spirituelle Leitfigur“ von Präsident Conte, wohingegen ihr Mann, ein ehemaliger Gebrauchtwagenhändler, keinerlei Charisma besitzt.
„Es ist noch nicht abzusehen, welche Auswirkungen diese Ereignisse auf den Friedensprozess in Liberia haben werden“, so Pater Armanino. „Seit langem hatte sich jedoch eine Spaltung zwischen dem militärischen und dem politischen Flügel der LURD angekündigt, deren Folgen sich noch zeigen werden. Man sollte wissen, dass es innerhalb der Rebellenbewegungen verschiedene Interessengruppen gibt. Nachdem das gemeinsame Hauptziel, nämlich der Sturz des ehemaligen Präsidenten Charles Taylor erreicht wurde, treten nun Kontraste zwischen den verschiedenen Fraktionen auf“.
Unterdessen gab das Programm der Vereinten Nationen zur Entwaffnung der Milizen gestern, die endgültige Stationierung der Friedenseinheiten bis Ende März bekannt.
„Leider gibt es im Land Gerüchte, die besagen, dass viele Waffen in Liberia selbst und in den Nachbarländern Guinea, Cote d’Ivoire und Sierra Leone versteckt wurden. Die Krise in Liberia kann nicht gelöst werden, wenn man den Kontext in der Region nicht berücksichtigt.“, so Pater Armanino abschließend. (LM) (Fidesdienst, 21/1/2004 – 26 Zeilen, 282 Worte)

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