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Africa

2004-01-20

Afrika/Äthiopien - Langsame Rückkehr zur Normalität in Gambella. 16.000 Menschen mussten infolge der Stammeskonflikte in den Sudan flüchteten

Gambella (Fidesdienst) – „Die Situation normalisiert sich langsam wieder“, bekräftigt der Apostolische Präfekt von Gambella, Mgr. Angelo Moreschi, im Gespräch mit dem Fidesdienst. In Gambella, das sich rund 800 Kilometer westlich der äthiopischen Hauptstadt befindet waren im letzten Monat mehrere hundert Menschen bei Stammeskonflikten ums Leben gekommen (vgl. Fidesdienst vom 16. und 17. Dezember 2003). „Die Stadt wird von Soldaten kontrolliert, die hier stationiert wurden, um die Ordnung wieder herzustellen und die Gewalt zu beenden“, so Mgr. Moreschi. „Leider mussten in den vergangenen Wochen jedoch rund 16.000 Menschen in den Sudan fliehen“.
Die Unruhen waren am 13. Dezember ausgebrochen, nachdem 8 Mitarbeiter einer Einrichtung der Vereinten Nationen rund 20 Kilometer von Gambella entfernt aus dem Hinterhalt ermordet worden waren. Die Angehörigen des Nuer-Volkes machten die Rebellen aus dem Volk der Anuak für das Attentat verantwortlich. Bei der Verfolgung der Angehörigen des Anuak-Volkes wurden daraufhin nach offiziellen Angaben 57 Menschen getötet und über 300 verletzt.
Zwischen den beiden Volksstämmen existiert eine historische Feindschaft. „In der letzten Zeit“, so Mgr. Moreschi, war die Lage zunehmend angespannt, nachdem Beamte aus dem Volk der Anuak entlassen worden waren. Darunter waren auch Militärs, die verschiedene bewaffnete Gruppen gegründet haben.“
Zu Unruhen führte der Beschluss der Vereinten Nationen auf dem Gebiet der Anuak ein Aufnahmelager für 24.000 Flüchtlinge aus dem Sudan einzurichten. Unter diesen Flüchtlingen befinden sich auch Mitglieder des Nuer-Volkes, womit das Gleichgewicht zwischen den beiden Volksgruppen in der Region gefährdet wäre.
„Während der Tage der Gewalt hatten rund 380 Menschen in der Mission der Salesianer Zuflucht gesucht“, erinnert Mgr. Moreschi. „Von den Behörden wurden uns sofort Polizeibeamte zur Bewachung der Mission zur Verfügung gestellt. Wir versuchen nun die Menschen wieder zur Versöhnung zu motivieren. Dabei spielt auch der Schulunterricht eine wichtige Rolle, weil die Schüler beiden Volksgruppen angehören und in der Klasse das friedliche Zusammenleben erlernen. In diesen Tagen soll der Unterricht wieder aufgenommen werden. Leider werden viele Kinder fehlen, weil sie mit ihren Eltern flüchten mussten“.
Die Vereinten Nationen haben ihre Mitarbeiter aus der Region zurückgezogen. In Gambella sind neben den Salesianern auch die Schwestern von Mutter Teresa tätig. (LM) (Fidesdienst, 20/1/2004 – 29 Zeilen, 367 Worte)

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