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Asia

2004-01-16

Asien/Indien - Trotz einem Rückgang bei der Gewalt gegen Christen besteht weiterhin die Tendenz zur Vermischung religiöser und politischer Fragen

Trichur (Fidesdienst) – Insgesamt ist die Gewalt gegen Christen in Indien im Verlauf der letzten beiden Jahre zwar zurückgegangen, doch das Klima ist in verschiedenen Teilen des Landes weiterhin angespannt. Dies betonte der Sekretär der Indischen Bischofskonferenz (CBCI), Bischof Percival Fernandez, in seiner Ansprache bei der Vollversammlung der indischen Bischöfe, die am 14. Januar in Trichur zu Ende ging.
In diesem Zusammenhang wies Bischof Fernandez darauf hin, dass während in den Jahren von 1998-2002 über 500 Attentate verübt wurden die Zahl der Übergriffe hinduistischer Extremisten auf Christen bei 40-60 lag. „Dies bedeutet, dass Millionen von Hindus friedlich mit Christen zusammenleben“, so der Bischof.
Trotz dieser insgesamt positiven Tendenz klagten jedoch noch viele Bischöfe, die an der Vollversammlung teilnahmen über die Gewalt, Vandalismus, Drohungen und Zerstörungen in verschiedenen Diözesen.
Zuletzt wurden bei einem Angriff eine katholische Schule in Bangalore im indischen Unionsstaat Madya Pradesh am 14. Januar von über 500 aufgebrachten Hindus mit Steinen beschmissen. Die Demonstranten machten die Schulleitung für ein Verbrechen verantwortlich, das kurz zuvor auf dem Schulgelände verübt worden war: am 12. Januar war ein indisches Mädchen in der Schule ermordet worden. Während die polizeilichen Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind, scheinen die hinduistischen Extremisten den Schuldigen bereits zu kennen, weshalb der Angriff auf die Schule und die dort Beschäftigten verübt wurde.
Besorgt äußerten sich die Bischöfe auch zu Tendenz politische und religiöse Fragen in der öffentlichen Debatte in Indien zu vermischen: als Beispiel dafür nennen sie das „Anti-Bekehrungs-Dekret“, das in mehreren indischen Unionsstaaten, darunter Tamil Nadu und Gujarat verabschiedet wurde. Das Dekret legt fest, dass für einen Religionswechsel die Genehmigung eines Richters erforderlich ist. „Dabei werden politische, bürgerliche und religiöse Angelegenheiten vermischt“, so die Bischöfe.
Die Kirche in Indien wird sich, so die Bischofskonferenz, weiter für den interreligiösen Dialog engagieren, den die Bischöfe als Königsweg bei der Wiederherstellung von Frieden und Harmonie in der Gesellschaft betrachten. (PA) (Fidesdienst, 16/1/2004 – 33 Zeilen, 326 Worte)

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